ASSASSIN’S CREED: ORIGINS – Der Titel im Test

Assassin's Creed: Origins
© Ubisoft
Nach einigen negativen Stimmen zur PC-Version, gibt es jedoch auch solche, die das neue Assassin’s Creed: Origins lieben. Zu welcher der beiden Seiten wir gehören, und welche Stärken und Schwächen das Spiel aufweist, lest ihr in unserem Review.

Wir äußerten uns in einem Artikel zur PC-Version von Assassin’s Creed: Origins bereits negativ über diese Fassung des Spiels, werden das ganze jedoch hier noch einmal genauer erläutern. Das Drama begann bei uns bereits direkt nach dem Start unserer Version. Die Installation des Spiels verlief einfach und reibungslos. Nach dem Start des Spiels erschien der Ladescreen, damit war es das aber auch schon. Nachdem wir einige Standart-Lösungsansätze durchgeführt hatten, konnte das Problem trotzdem nicht behoben werden. Auch im offiziellen Forum des Spiels, scheint es bis auf kleinere Ansätze keine konkrete Lösung zu dem Problem zu geben, welches inzwischen jedoch bei vielen PC-Spielern aufgetreten ist. Auf einem zweiten Rechner gelang es uns letztendlich das Spiel ans Laufen zu bekommen, jedoch hat nicht jeder einen zweiten Rechner zu Hause stehen, um das Spiel dort zu installieren. Wer also die Wahl zwischen einem PC und der Konsole hat und direkt anfangen möchte zu spielen, der greift am besten auf die Konsolen-Version des Spiels zurück. Auch der Support scheint aktuell machtlos zu sein, was sehr schade ist, da der neue Ableger der Reihe, ein ansonsten gelungenes Spiel ist – hierzu in den folgenden Abschnitten mehr.

Auf ins Alte Ägypten

Wer vollkommen unbelastet in das Spiel Starten will, ließt bitte ab der nächsten Überschrift weiter! Die Story von Assassin’s Creed: Origins führt uns im neuen Ableger in die Welt des Alten Ägyptens. Doch mit unserem Protagonisten, Bayek von Siwa,bereisen wir nicht nur die Wüsten des Alten Ägypten und das Ufer des Nils, sondern auch Alexandria und Kyrene. Auf unserem Weg treffen wir auf allerlei bekannte Personen – zumindest aus dem Geschichtsunterricht. Egal ob Cesaer oder Kleopatra, in Assassin’s Creed: Origins treffen wir auf bekannte Namen der Geschichte. Selbstverständlich sind auch wieder auch wieder zahlreiche fiktive Figuren mit von der Partie, so zum Beispiel unser Protagonist Bayek von Siwa und dessen Frau Aya.

In Origins gehören wir zum Beginn der Story noch nicht dem Orden der Assassinen an, denn im neuen Ableger erfahren wir eine bisher nicht bekannte Geschichte – die Gründung des Ordens, der uns seit dem ersten Assassin’s Creed begleitet. Bayek von Siwa gilt als der Beschützer seiner Heimat, bzw. als Beschützer ganz Ägyptens, der nach dem Tod seines Sohnes auf Rache an den Menschen sinnt, die seinen Sohn auf dem Gewissen haben. Auf der Suche nach den Mördern, treffen wir mit Bayek auf einen kompletten Orden von Feinden, durch den sich unser Protagonist schlagen muss, um am Ende mal wieder dem Kopf allen Übels entgegen zu treten.

Wenn man der Story eines lassen kann, dann, dass sie einen das eine oder andere Mal echt überrascht. Hinter jeder Ecke lauern Verrat und Intrigen – nichts ist wie es scheint. Im Laufe der Story wird Bayek jedoch nicht nur körperlich auf die Probe gestellt, sondern durchaus auch emotional. Selbst seine Beziehung zu seiner Frau Aya setzt dem Beschützer Ägyptens zu.

Und dann wäre da ja auch noch die Dame hinter dem Animus. In Assassin’s Creed: Origins schlüpfen wir nicht nur in die Rolle von Bayek von Siwa und Aya, sondern auch in die von Layla, eine junge und ambitionierte Forscherin, die sich ihren eigenen Animus zusammenbastelte, um sich gegenüber Abstergo zu beweisen und in die Firma hinein zu gelangen. Schlüpft man in ihre Rolle, finden wir sogar Hinweise auf den früheren Teilnehmer des Animus-Programms, Desmond Miles und dessen Gefährtin Lucy Stillmann.

Assassin's Creed: Origins
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Neues System, neuer Schwung?

In Assassin’s Creed: Origins erwartet uns dieses mal ein rollenspielartiges System, welches z.B. verschiedene Skill-Bäume, Quests und ein neues Kampfsystem mit sich bringt. Mit den verschienen Skill-Bäumen haben wir die Möglichkeit, verschiedene Fähigkeiten freizuschalten. Ist die entsprechende Fähigkeit hierfür freigeschaltet, erhalten wir beispielsweise für heimliche Attentate auf Gegner mehr EP und kommen somit schneller im Level voran.

EP & Quests

Bleiben wir bei der EP, denn leider sitzt genau an dieser Stelle ein großer Schwachpunkt des Spiels. Wie in jedem RPG kann man in Assassin’s Creed: Origins durch verschiedene Arten an Erfahrungspunkte gelangen. Zu den wohl bekanntesten Methoden zählen hier wohl das Erkunden von neuen Orten, das Besiegen von Gegner, das Töten von Gegnern, oder einfach durch das Erfüllen von Quests. Letzteres ist in Assassin’s Creed: Origins jedoch die einzig effektive Variante, was wir an diesem Punkt auch ankreiden würden. Das Kämpfen und Töten von Gegner ist ein wichtiger Bestandteil des Action-Adventures – in so gut wie jeder Quest wird gekämpft, selbst in Quests, wo es sich eigentlich vermeiden ließe, taucht am Ende ein Gegner auf, der besiegt werden muss. Jedoch wird man für das Besiegen von Gegnern nicht ausreichend belohnt, was es enorm demotivierend macht. Jeder Gegner wirft die selbe EP nach dem Töten ab und es wird kein Unterschied zwischen schwachen und starken Gegner-Typen gemacht.

Auch Gegenstände, die man nach dem Erfüllen von Aufträgen erhält, sind viel zu selten. Viele Gegenstände findet man beim plündern von Lagern oder in Höhlen, bei Quests, fällt die Ausbeute leider oft zu gering aus. Ein häufiger Grund die Quests zu machen, ist die EP, da diese schlecht auf andere Weise gewonnen werden kann. Im Level muss man dringend aufsteigen, um die anfallenden Story-Missionen zu meistern.

Zum Schluss müssen wir dann aber doch ein Lob aussprechen, denn die Quests sind gut ins Spiel integriert, wenn auch nicht wirklich abwechslungsreich. Oft geht es in den Nebenmissionen darum, Personen zu finden oder zu befreien oder diese einfach auszuschalten. Toll sind jedoch die Hintergrundgeschichten und das Wissen, welches man durch das Erfüllen der Aufträge erhält. Oft sind die Geschichten in irgendeiner Form mit der Story verstrickt und man erfährt weitere Infos über die Zielperson, die es auszuschalten gilt. Wir haben gut daran getan, möglichst keine Quest auszulassen, um möglichst nichts in der Welt unentdeckt zu lassen. Die EP ist somit nicht der einzige Grund diese erfüllen zu wollen.

Assassin's Creed: Origins
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Skillpunkte, Crafing & Fähigkeiten

Die Skillpunkte sind ebenfalls eine wichtige Neuerung des Titels, die das Ganze mehr in Richtung Rollenspiel bewegen. Die Skillpunkte erhält man, wie bei vermutlich jedem Spiel, durch das Aufsteigen im Level. Pro Level gibt es einen Erfahrungspunkt, den man in drei verschiedenen Bäumen einsetzen kann. Umso mehr Punkte man vergibt und umso besser die Fähigkeiten werden, desto mehr kosten die künftigen Fähigkeiten.

An Vielfalt mangelt es den Auswahlmöglichkeiten definitiv nicht. Einige der freizuschaltenden Fähigkeiten, können sogar benutzt werden, um beispielsweise Quests schneller zu beenden. Haben wir eine Mission, in der wir eine Figur treffen sollen, die jedoch nur nachts anzutreffen ist, können wir mit einer besonderen Fähigkeit meditieren und so die Zeit bis zum Abend schneller vergehen lassen – sehr praktisch! Auch für den Kampf gibt es verschiedene Möglichkeiten und wie bereits beschrieben, können so auch die im Kampf erhaltenen Erfahrungspunkte gesteigert werden, dies macht den Braten jedoch auch nicht fett.

In Assassin’s Creed: Orgins findet man zudem einige Tiere, die sich jagen und plündern lassen. Aus den erbeuteten Ressourcen können dann verbesserte Gegenstände, wie z.B. eine größere Tasche für Pfeile oder ein verbesserte Brustschutz gecraftet werden. Die größere Tasche wird im Laufe des Spiels zwar wichtig und sollte daher aufgerüstet werden und auch der verbesserte Brustschutz kann im Spielverlauf helfen, als Langzeitmotivation eignet sich das Looten von die Tieren und craften der Ausrüstung aus unserer Sicht jedoch nicht.

Assassin's Creed: Origins
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Welt & Details

Die Welt hat sich seit dem letzten Teil vergrößert. Assassin’s Creed: Origins ist der Teil der Reihe, mit der bisher größten Spielwelt. Die Welt ist jedoch nicht nur gigantisch, sondern sie ist vor allem lebendig. Hinter jeder Ecke lauern Gefahren, Details und Gegenstände, die nur darauf warten entdeckt zu werden. Auf dem Nil fahren unzählige Schiffe hin und her, auf denen Tiere transportiert werden, Fischer die auf dem Fluss ihr Glück versuchen, Händler auf dem Weg zum Markt und vieles mehr. Nur wenige Meter weiter tummeln sich im hohen Gras verschiedene Vögel und sogar angriffslustige Krokodile, die uns, wenn wir nicht genau aufpassen, angreifen und schweren Schaden zufügen können.

Auf unserem Kamel reiten wir in Wüste hinein und treffen dort auf vom Sand verschlungene Häuser und Ruinen, die nicht nur geheimnisvoll aussehen, sondern ab und an einmal echte Schätze verbergen. Wenn wir über Ägypten reden, dann darf jedoch eine Sache nicht fehlen – die Pyramiden. Pyramiden finden wir in Assassin’s Creed: Origins natürlich auch in der Wüste und können diese nicht nur erklimmen, sondern auch in diese hineingehen und erkunden, wo wir ebenfalls mit Schätzen belohnt werden.

An sich ist die Welt sehr detailverliebt und man bekommt ein tolles Feeling wenn man durch diese unterwegs ist. An dieser Stelle würden wir soweit gehen, zu sagen, dass dies der schönste Teil der Assassin’s-Creed-Reihe ist. Die vielen verschiedenen Orte, Städte und Dörfer sehen super aus und es macht spaß diese zu bereisen und zu entdecken.

Assassin's Creed: Origins
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Kampf mit Krampf

Das neue Kampfsystem in Assassin’s Creed: Origins ist wohl eine der gameplay-technisch größten Änderungen. Leider merkt man dem Kampfsystem seine frühe Phase in den Kämpfen auch an. Die Kämpfe machen einen großen Teil des Spiels aus und sind enorm wichtig, denn letztendlich geht darum, seine Gegner zu besiegen und hierzu gehört nun einmal auch das Kämpfen. Leider wirkt das System, welches wir hierzu nutzen, noch sehr unausgereift. Haben euch die Gegner einmal eingekreist, habt ihr so gut wie keine Chance mehr, euch aus der Masse zu befreien. Für Spieler, die nicht immer den leisen Weg bevorzugen, wird dies leider häufig zum Problem werden.

Sollte es euch doch gelingen euch aus der Umklammerung der Gegner zu befreien, lauft ihr am besten soweit es geht kreuz und quer über die Map, bis euch Feinde aus den Augen verloren haben, sonst kann euch ein gut gezielter Pfeil oder Speer schnell das Licht ausschalten. Gelingt es euch also nicht eure Gegner leise zu eliminieren oder ihr wollt sie schlicht und ergreifend nicht leise ausschalten, habt ihr schnell schlechte Karten. Auch die Flucht vor den Gegnern gelingt nicht immer so, wie man es sich vorstellt. Hängt man plötzlich an einer Wand und der Charakter bewegt sich nicht mehr, sieht es ebenfalls schlecht für euch aus, denn die Gegner werden auf einen vor sich hin ruckelnden Bayek keine Rücksicht nehmen.

Wir haben in Assassins’s Creed: Origins jedoch eine Reihe an verschiedenen Waffen. Es gibt verschiedene Arten von Bögen, Schwertern und Lanzen, die ihr im Kampf gegen eure Gegner einsetzen könnt. Jedoch gibt es, wie bereits in vorherigen Teilen, auch einige Zusatz-Gadgets, wie z.B. Brandbomben oder Schlafpfeile, die euch das Leben durchaus erleichtern bzw. retten können. Neu mit von der Partie sind die Schilde, die ihren Zweck jedoch nicht so ganz erfüllen. Hier kommen wir wieder auf das unausgereifte Kampfsystem zurück. Steht ihr einmal mehr als drei Gegner gleichzeitig gegenüber, hilft euch auch euer Schild nicht weiter. Besonders da es im Spiel Gegner gibt, die den Schild mühelos durchbrechen können, braucht euch im Anschluss nur noch ein gezielter Pfeil oder ein Schwert treffen und schon war es das mit einem Teil der Lebensenergie – ist der euch treffenden Angriff ein schwerer, der euch zu Boden wirft, könnt ihr euch auch direkt ergeben und seit somit geschlagen.

An sich bietet das Kampfsystem jedoch gute Ansätze. Das einfache Kontern von Angriffen wie noch in den Vorgängern ist Geschichte. Wir müssen sehr viel taktischer vorgehen und haben verschiedene Möglichkeiten unsere Feinde auszuschalten, wie etwa durch das Kombinieren von leichten und schweren Angriffen. Auch ausweichen ist hier gefragt – wer nur draufhaut, wird früher oder später den Kürzeren ziehen und den Löffel abgeben. Alles in allem kann man also sagen, es hat sich etwas verbessert, auch wenn man an einigen Punkten noch etwas feilen muss.

Emotionen & Feeling

Ein großer Plus-Punkt in Assassin’s Creed: Origins sind die Emotionen, die sowohl in den Quests, als auch in der Story ausgelöst werden. Das Schicksal von Bayek lässt einen wahnsinnig mitfühlen und man fängt mit der Zeit an ihn ins Herz zu schließen. Auch in seine Beziehung mit Aya findet man schnell hinein und kann mit den beiden mitfühlen. Einige Quests ergeben sich zwar aus den Story-Missionen, jedoch gelingt es diesen ebenfalls den Spieler vollkommen zu fesseln und ihn mit den Charakteren zu verbinden. Auf emotionaler Ebene ist Assassin’s Creed: Origins etwas großes gelungen, was Spiele in solcher Form nur noch wenig schaffen.

Fazit

Assassin’s Creed: Origins ist der Neustart definitiv gelungen, auch wenn es an der einen oder anderen Ecke noch Probleme geben mag. Nach ca. 25-30 Stunden Spielzeit, ist die Story soweit durchgespielt und das ist eine ordentliche Zeit – wer alles erkunden und sehen will, der muss mindestens noch einmal die doppelte Zeit dazurechnen. Von der Spielzeit ist das Spiel also vollkommen gelungen. Was wir in der Spielzeit zu sehen bekommen, hat uns ebenfalls überzeugt. Die Story ist durchdacht und lässt den Spieler mitfühlen. Man baut eine Verbindung zu den Charakteren auf und ist so immer mit dem Spielgeschehen verbunden. Das Kampfsystem hat zwar noch seine Schwächen, macht aber vieles besser, als noch bei den Vorgängern. Letztendlich lässt sich also sagen, dass Assassasin’s Creed die kleine Kreativpause gut getan hat und der Reihe so wieder neues Leben ein haucht.

Das sagt unser Redakteur

Hobbynerd Nils Rogacac Redakteur - ASSASSIN'S CREED: ORIGINS - Der Titel im TestNils Rogavac
@nilsrogavac

Leider gehörte ich genau zu den Leuten, die zunächst Probleme mit Assassin’s Creed: Origins auf dem PC hatten. Da ich keine Zeit und keine Lust hatte, Tage auf den Support bei Ubisoft zu warten, habe ich mir das Spiel kurzer Hand noch einmal für die PlayStation 4 geholt. Auf Grund der Vorgeschichte, bin ich mit dem Spiel kritischer ins Gericht gegangen, als ich es vielleicht sonst getan hätte und muss sagen, es hat mich dennoch überzeugt.

Die Story ist sehr emotional und hat mich definitiv abgeholt! Die Kämpfe fand ich überwiegend gelungen, auch wenn ich mir an dem einen oder anderen Gegnern die Zähne ausgebissen habe. Einige Szenen haben mich jedoch dann doch ein wenig enttäuscht, besonders wenn die Gefechte in einem Versteckspiel endeten, nur um danach wieder auf die Gegner los zu stürmen und sich nach einem weiteren Kampf wieder zu verstecken.

Alles in allem ist es jedoch ein super Spiel, was ich nur jedem Assassin’s-Creed-Fan ans Herz legen kann.

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