STAR WARS BATTLEFRONT 2 – Die graue Seite der Macht

Star Wars Battlefront 2 Review
© Electronic Arts
Star Wars Battlefront 2 wurde in den vergangenen Wochen immer wieder stark kritisiert. In unserem Review erklären wir euch, was das Spiel gut macht und was nicht. Vor allem wollen wir jedoch zeigen warum nicht alles so schlecht ist, wie es bereits bewertet wurde.

Vor wenigen Wochen erschien Star Wars Battlefront 2 von EA und Dice. Bereits im Vorfeld musste sich das Spiel mit zahlreichen Kritiken auseinandersetzen, die vor allem auf Pay-to-Win-Vorwürfen basierten. Auf Grund der im Spiel vorhandenen Lootboxen, die Spielern einen Ingame-Vorteil verschafften, war der Aufschrei in der Community und unter den Fans groß. Nach zahlreichen Disskusionen entfernten EA und Dice die Lootboxen. Inzwischen gibt es gerüchte, dass Disney die Lootboxen aus dem Spiel entfernen ließ, da man einen zu schlechten Einfluss auf die Marke Star Wars befürchtete.

Abseits der Lootboxen tat sich jedoch auch einiges am neuen Battlefront . Die Entwickler hatten sich eine Menge für den neuen Teil vorgenommen, da bereits der erste Teil für Disskusionen und Spott sorgte. Wie weit sich Star Wars Battlefront 2 jedoch tatsächlich weiterentwickelt hat, haben wir für euch einmal genau unter die Lupe genommen.

Die Story

Die Story ist eine Neuheit in Star Wars Battlefront 2 und ein großer Kritikpunkt des ersten Teils, hier war erst gar keine Kampagne vorhanden. Um es kurz zu machen: Die Story von Battlefront 2 hat ihre Schattenseite und ihre Stärken, wie jedes andere Spiel auch. Mit den aktuellen Inhalten kommen wir auf eine Spielzeit von ca. fünf Spielstunden, was für unseren Geschmack ein wenig zu gering ist. Eine Spielzeit von mindesten acht Stunden wäre unserer Meinung nach auch für einen Shooter angebracht gewesen.

Inhaltlich macht Battlefront 2 da schon etwas mehr richtig. Die Atmoshäre ist super, was sich aber über das vollständige Spiel sagen lässt. Zum Multiplayer werden wir aber im Laufe des Reviews noch kommen. In der Story von Battlefront 2, schlüpfen wir in die Haut von Iden Versio, der Anführerin des Inferno-Squads und die Tochter eines hohen imperialen Offizieres. Sie wuchs im Imperium auf, was man ihr zu Beginn der Story sehr anmerkt, da ihr Glauben an das Imperium enorm stark ist. Anfangs begleiten uns Versios Gefährten Del Mekko und Gideon Hask, deren Glaube ebenfalls mit dem Imperium verwurzelt ist.

Während der Geschichte, schlüpfen wir jedoch auch in Rolle verschiedener Helden, wie z.B. Luke Skywalker, Leia Organa, Lando Calrissian und schlussendlich sogar Kylo Ren. Auf der einen Seite tut die Sicht der anderen Charaktere der Story keinen Abbruch und sorgt sogar für ein wenig Abwechslung, bei der kleinen Anzahl der Missionen und der sowieso schon geringen Spielzeit, macht es jedoch den Eindruck, als würde man versuchen die Spielzeit künstlich in die Länge zu ziehen.

Achtung: Dieser Abschnitt kan Spoiler enthalten! Trotz des Spoilers müssen wir eine Kleinigkeit anmerken, die durchaus zu kritisieren ist. Im Vorfeld wurde groß angekündigt, dass wir in die Haut einer imperialen schlüpfen werden, die den Zerfall des Imperiums erleben muss und im Anschluss den Aufbau der Ersten Ordnung miterlebt. Von diesen Aussagen wird man sich jedoch distanzieren, sobald man die Story durchgespielt hat. Den Aufbau der Ersten Ordnung erlebt man in der bisher vorhandenen Story fast gar nicht mit, dies kann sich jedoch ändern, da für den kommenden Monat (Dezember) weitere kostenlose Inhalte angekündigt wurden, in dem es unteranderem darum gehen wird. Was sich jedoch nicht mehr ändern wird, ist die Tatsache, dass wir lediglich die ersten drei Mission aus der Sicht einer Imperialen erleben, denn danach schließen wir uns den Rebellen an und spielen doch wieder die Heldin. Die interessanten Aspekte und der Reiz endlich mal einen Bösewicht zu erleben, bleibt also auch in Star Wars Battlefront 2 aus!

Spoiler beendet! Die Charaktere sind zwar anfangs toll und man erhält fast das Gefühl, dass auch das Imperium seine guten Seiten hat, jedoch verliert sich dies im Laufe der Story. Als die drei Elite-Soldaten ihre Helme abnehmen und zum Himmel blicken, als es den Rebellen gelingt auch den zweiten Todesstern zu vernichten, bekommt man fast Mitleid mit den Fanatikern. Nach einem kurzen Dialog setzen die Truppler ihre Helme jedoch wieder auf und werden zu den seelenlosen Soldaten, die man auch aus den Filmen kennt – unsere einzige Verbindung zu ihnen ist, dass wir die Charaktere bzw. einen von ihnen steuern. Leider ist dieses Szenario nur eines von vielen Beispielen, wie schnell Emotionen in der Story von Battlefront 2 verblassen.

In den einzelnen Missionen gibt es verschiedenste Objekte zu entdecken, die man jedoch nicht beim ersten Mal finden muss, denn hat man die Story beendet, kann man jede Mission noch einmal spielen und versuchen  nicht entdeckte Objekte zu finden. Diese Sammelobjekte tragen jedoch nicht wirklich dazu bei, das der Spielspaß unglaublich gesteigert wird. Vielmehr enden die Sammelobjekte als ein unnötiges Feature, welches man gar nicht weiter beachtet, solange man nicht dazu neigt, ein Spiel zu 100% durchzuspielen. Schade ist auch, dass es nicht möglich mehrere Waffen mit sich zu tragen. Fähigkeiten und Waffen können zwar an einigen Kontrollpunkten innerhalb der verschiedenen Missionen getauscht werden, jedoch dürfen wir nie mehr als eine Hauptwaffe mit uns führen.

Positiv kann man dem Spiel jedoch durchaus anmerken, dass die Missionen die es zu spielen gibt, verhältnismäßig Abwechslungsreich ausfallen. Mal kämpfen wir uns durch zahllose Gegner, verteidigen Kontrollpunkte gegen Gegner, oder schwingen uns hinter das Steuer eines Raumjägers um gegnerische Flieger vom Himmel zu holen. Auch wenn die Gegner hin und wieder zu etwas größeren Herausforderungen hätten werden dürfen, macht es durchaus spaß sich gegen diese zu behaupten und sich über verschiedene Planeten und durch verschiedene Schauplätze zu kämpfen.

Star Wars Battlefront 2 Review
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Der Multiplayer

Der wohl umstrittenste Part des neuen Battlefront ist der Multiplayer, da in diesem die Lootboxen neu eingeführt wurden. In den Lootboxen finden sich zahlreiche Verbesserungen, die man auf seine Klassen anwenden kann. So verringern sich beispielsweise die Cooldown-Zeiten, die eine Fähigkeiten durchlaufen muss, nachdem sie eingesetzt wurde. Der Kritikpunkt an diesem System: Durch die in den Boxen enthaltenen Star Cards kann der Spieler seine Charaktere verbessern und sich gegenüber anderen Spielern einen Vorteil verschaffen. Dadurch dass es möglich war diese Lootboxen auch mit Echtgeld zu kaufen, steht somit ein Pay-to-Win-Vorwurf im Raum, den EA und Dice erst mit dem enfernen des Echtgeld-Systems aus der Welt schaffen konnten. Aktuell arbeitet man zwar an der Rückkehr des Systems, wie dies letztendlich aussehen wird ist somit nicht klar und damit auch nicht zu bewerten.

Bereits im ersten Teil von Star Wars Battlefront war die Atmosphäre ein großer Pluspunkt des Spiels, der auch im Nachfolger nicht verloren geht. Mit den originalen Soundeffekten, einer super Optik und genial umgesetzten Waffen, Rüstungen und Effekten, ist der Multiplayer einer der Highlights des Spiels. Das neue Klassen-System funktioniert super und ist in jeder Hinsicht eine Verbesserung gegenüber des Vorgängers. Zudem gibt es nun weitere Fraktionen, da man sämtliche Epochen des Star-Wars-Universum mit aufnahm. Neben der Republik und den Seperatisten, kamen auch die Erste Ordnung und der Wiederstand dazu.

Nach dem Start in eine Multiplayer-Partie hat man die Möglichkeit, sich für eine von vier Klassen zu entscheiden, die jedoch nach dem Tod wieder geändert werden kann. Bei den Klassen handelt es sich um einen einfach Soldaten, einen schweren Angreifer, der mit MGs und anderen schweren Waffen umgehen kann, einen Offizier und einem Speizialisten, der dem Scharfschützen darstellen soll. Jede Klasse hat ihre Stärken und Schwächen und verschiedene Möglichkeiten Einfluss auf eine Partie zu nehmen. Die Klasse, die wohl am meisten Einfluss auf ein Team nehmen kann, ist der Offizier, da dieser sein Team stärken kann, wenn es sich in seiner Nähe aufhält. Leider ist dies der einzige Punkt, der eine Multiplayer-Partie ein wenig taktisch werden lässt. In einem Battlefield beispielweise gibt es zusätzlich die Möglichkeit, Medikits oder Munitions abzulegen, um so seinem Team zu helfen. In Battlefront 2 haben die sonstigen Klassen jedoch keine Fähigkeiten, mit denen sie ihr Team stärken können.

Neu hinzugekommen sind außerdem die Raumschlachten, die im ersten Battlefront erst nachträglich mit einem DLC eingefügt wurden, jedoch keine große Vielfalt boten. In Star Wars Battlefront 2 sieht dies schon anders aus. Jede Franktion hat bis zu drei Jäger-Klassen, für die man sich entscheiden kann. In der Regel sind hier die einfachen Sternenjäger, die Abfangjäger und die Bomber verfügbar. Auf verschienen Karten im Weltraum, oder beispielsweise im Orbit von Kamino, geht es dann in die Schlacht. In den Raumschlachten stehen, wie auch am Boden, verschiedenste Ziele zur Verfügung, die es abzuschließen gilt. Während ein Team beispielsweise einen Traktorstrahl zerstören muss, muss das andere Team eine gewisse Anazhl an Gegnern ausschalten, und dies möglichst, bevor diese ihr Ziel erreichen. Der Sternenjäger-Modus fällt in Battlefront 2 deutlich umfangreicher aus, als noch im ersten Teil und die Steuern ist bei weitem nicht so krampfig wie zuvor. Der neue Modus ist wohl eines der größten Highlights im neuen Star Wars Battlefront und trumpft auch hier mit einer grandiosen Atmosphäre.

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Der Arcade-Modus

Neben dem Multiplayer und der Story, bietet Star Wars Battlefront 2 zusätzlich noch einen Arcade-Mode, in dem ihr entweder ein eigenes Spiel erstellen könnt oder auf bereits vorgefertigte Modien zurückgreifen könnt. Bei den bereits erstellten Mission handelt es sich um kleinere Herausforderungen, in denen ihr beispielweise eine gewisse Anzahl an Gegner ausschalten müsst, hierfür allerdings nur einen begrenzten Zeitraum zur Verfügung habt. Habt ihr eine der Missionen beendet, schaltet sich automatisch ein neuer Schwierigkeitsgrad frei und ihr könnt auf neue Missionen zugreifen. Habt ihr gewisse Herausforderungen abgeschlossen, so könnt ihr euch neue Lootboxen oder Credits freischalten, dies ist jedoch die einzige Motivation sich dieser Dinge anzunehmen. Der Modus steht euch sowohl für die dunkle Seite, als auch für die Helle zur Verfügung. In der Regel tretet ihr mit Helden-Figuren wie Darth Maul, Rey oder Kylo Ren an.

In den selbst erstellbaren Missionen, könnt ihr eure eingenen Multiplayer-Spiele kreiren. Ihr habt die Möglichkeit einen Schauplatz und einen Spielmodus auszuwählen. Des Weiteren stehen noch einige Optionen zur Verfügung, wie z.B. der Schwierigkeitsgrad der Gegner. In euren eigenen Partien könnt ihr dann mit Freunden gegen gegnerische KIs antreten und müsst euch nicht gemeinsam in den Multiplayer stürzen.

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Sammeltrieb

Kommen wir zu den so stark kritisierten Star Cards und Lootboxen. Aus unserer Sicht, sind diese gar nicht so schlecht, wenn man sie von Beginn an mit Echtgeld hätte kaufen können. Die Star Cards, machen eine große Motivation im Multiplayer aus, da man schnellstmöglich an Credits kommen möchte, um die Star Cards freizuschalten, die einen wiederum stärker machen und uns einen Vorteil verschaffen. Zudem müssen Star Cards nicht zwanghaft in Lootboxen gezogen werden, sondern können auch mit Ersatzteilen, die wir jedoch wieder aus den Lootboxen erhalten, geziehlt gecraftet und verbessert werden. Die Star Cards sind ein mit Sicherheit sehr cooles Feature, wenn es dabei bleibt, dass diese nur ohne Echtgeld erworben werden können. Mit den Karten ist es euch möglich, bestimmte Fähigkeiten zu verbessern oder Cooldowns zu verringern.

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Fazit

Auch wenn Star Wars Battlefront 2 nach wie vor einige Kanten hat, macht das Spiel im Vergleich zum Vorgänger bereits einiges besser. Da zum aktuellen Zeitpunkt immer noch am Spiel gearbeitet wird und noch weitere Inhalte nachgeliefert werden, ist es momentan schwer ein endgültiges Urteil zu fällen. Bereits im Dezember erscheinen die ersten kostenlosen Zusatzinhalte für das Spiel, in denen neue Helden und auch Story-Erweiterungen enthalten sind.

In erster Linie trumpft das Spiel mit seiner überragenden Optik und der fantastischen Atmosphäre. Zum aktuellen Zeitpunkt ist die Story jedoch noch ausbaufähig und bei weitem nicht das, was wir uns von einem Star-Wars-AAA-Titel wünschen. Wir geben jedoch die Hoffnung nicht auf, und warten gespannt auf die Erweiterungen, die uns den Aufbau der Ersten Ordnung mit erleben lassen sollen.

Für Multiplayer- und Star-Wars-Fans ist Star Wars Battlefront 2 jedoch vermutlich trotzdem ein echtes Fest, da die schlachten enorm gut aussehen und sich auch nach Star Wars anfühlen. Wer also auf große Schalchten und Star Wars steht, kann das Geld ruhigen Gewissens investieren, ohne ein schlechtes Gefühl haben zu müssen. Wie sich die Geschichte mit den Mikrotransaktionen und Lootboxen entwickelt, bleibt jedoch abzuwarten.

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